Tag 2 · Radreise 2021 · Berlin – Rostock

Was Fahrradbremsen mit Eis zu tun haben

⏱ 1:53 h ↔ 26,7 km ø 14,2 km/h ↑ 100 hm ↓ — hm
Von Camping Bürgerablage
Nach Campingplatz Oranienburg
Radweg Havelradweg
Kinder 3 (8, 10, 12 J.)

Unser erster Morgen. Der Regen hatte sich grade erst verzogen. Ich fuhr nochmal rasch zum Rewe und kaufte Obstnetze, die ich an die Kinder verteilte – ich nahm auch eins. Darin kam jetzt Schlafzeug, Kuscheltier, Stirnlampe und alles für die Nacht. Abends mussten wir nur dieses Netz aus den Radtaschen holen plus Wechselsachen. Die restlichen Taschen blieben ab jetzt am Rad, nur die Lenkertaschen mit den Wertsachen kamen ins Zelt. Kein Bücken mehr, kein Wühlen. Das hat funktioniert.

Im Zelt auf dem Campingplatz Bürgerablage

Nach dem Frühstück ging es weiter den Havelradweg entlang. Weit kamen wir nicht: kurz nach dem Zeltplatz stand ein alter Grenzturm, der besichtigt werden konnte. Das wollte ich sehen und den Kindern zeigen. Es war interessant und wir blieben länger oben, als ich vorher dachte.

Beim Rübergehen zu den Rädern fiel uns ein lustig bunt angemaltes Fahrrad auf – mit Klopapierhalterung. Während wir das begutachteten, freute sich die Besitzerin ihrerseits über die bunte Lenkertasche meiner Tochter.

Wir redeten ein wenig und ahnten damals nicht, wie oft wir uns noch über den Weg laufen – oder besser fahren – sollten.

Nach der Besichtigung fiel mir auf, dass die Bremsen am Rad meiner Mittleren wieder verstellt waren. Mein Vater hatte die Räder vor der Tour eingestellt, doch die Bremsen hatten ihr Eigenleben. Da mir das zu bunt wurde, suchte ich auf der Karte einen Radladen und fand Zweirad-Ebert in Hennigsdorf.

Der Besitzer hatte ein Herz und schob das Rad zwischen die ganzen anderen zur Reparatur bereitstehenden Räder. Er wechselte sogar gleich noch die Mäntel des Rades meines Sohnes mit, und wir durften für die Wartezeit alle Räder auf seinen Hof stellen. Herzlichen Dank! Während der Reparatur besorgten wir ein paar Dinge in der Fußgängerpassage – und jeder bekam ein Eis. Deshalb der Titel.

Nach gut zwei Stunden Aufenthalt konnte es endlich weitergehen. Der Campingplatz in Oranienburg lag direkt neben dem Oder-Havel-Kanal. Die Zeltwiese war hübsch, mit einer netten Sitzecke, einer Hollywoodschaukel und kostenlosem Strom. Auf der Wiese stand noch ein winziges Zelt einer älteren Radlerin – ich fragte mich, ob man darin überhaupt sitzen kann.

Ich fuhr zu einer nahen Dönerbude und holte Abendessen. Als ich zurückkam, hatten wir neue Nachbarn: eine größere Gruppe Biker, die meine Kinder offenbar von den Bänken vertrieben hatte. Nach einem kurzen Gespräch meinerseits wurde die Sache schnell besser, wir teilten uns die Sitzgelegenheit und unterhielten uns noch lange in den Abend hinein.

Strecke auf Komoot